6 Gründe, warum Rituale den Alltag mit Kindern erleichtern

Wir alle wollen das Beste für unsere Kinder und investieren unsere Liebe und Energie, weil uns Familie wichtig ist.

Im Alltag werden geplante gemeinsamen Aktivitäten und Ruhezeiten jedoch oft einfach nur anstrengend.

Laute Kinder beim Essen, streitende Geschwister beim Familienspiel und Basteln oder der Boykott des allabendlichen Schlafengehens. Irgendwann kosten diese Alltagsprobleme jeder Familie mal Nerven. Wenn sie jedoch zum Dauerzustand werden sinkt die Lebensqualität und der Zusammenhalt.

Die gute Nachricht: Eine einfache Methode sorgt schnell und einfach für Entschleunigung und Harmonie.

Wir erklären, warum Rituale eine hilfreiche Lösung sind. Damit Zuhause zum Wohlfühlort wird.

Kommen wir direkt auf den Punkt: Jede Familie braucht einen Tagesrhythmus, der deutlich macht, was wann dran ist. Das häufigste Problem ist, dass keine bewussten Übergänge gestaltet werden. Alles fließt ineinander über. Es gibt zeitliche Überschneidungen, es fehlen räumliche Grenzen. Das erzeugt Stress für beide Seiten und macht auf Dauer unzufrieden oder sogar krank.

Unregelmäßige Tagesabläufe machen krank.

WAS SIND RITUALE?

Rituale sind dafür da, den Beginn einer Situation bewusst zu machen. Sie entscheiden über die Qualität dessen, was folgt.

Das Wort „Rituale“ lässt im ersten Augenblick an veraltete, vorgeschriebene Benimm- und Begrüßungsregeln denken, die uns ein Verhalten aufzwängen wollen. Tatsächlich bestimmen Rituale unser Zusammenleben ganz wesentlich – trotz aller Moderne. Sie sind wie Spielregeln, die den Verlauf einer Situation beeinflussen. Auch heute finden wir noch gesellschaftliche Erwartungshaltungen, deren Ausmaß uns meist erst in der Erziehung unserer eigenen Kinder bewusst wird. Es sind diese Momente, in denen wir entscheiden müssen, ob es wichtiger ist, sich anzupassen oder ob der Wille des Kindes siegt.

Viele dieser rituellen Traditionen können wir uns zunutze machen. Angefangen von kleinen Alltagsritualen, wie dem Gute-Nacht-Kuss, bis hin zu großen, kulturellen Festen, wie die Taufe, Geburtstage, Trauungen etc..

Rituale sind keine Gewohnheiten

Oft werden Rituale mit Gewohnheiten verwechselt. Denn obwohl auch Gewohnheiten dazu genutzt werden können, Wesentliches zum festen Bestandteil des Lebens zu machen, haben sie vorrangig das Ziel, ein Verhalten so oft zu wiederholen, bis es automatisch abläuft. Rituale hingegen sollen gerade nicht zum Selbstläufer werden, sondern dem Alltäglichen einen Zauber verleihen. 


Rituale sollen uns dienen – nicht wir ihnen.


Macht den Alltags-Check und identifiziert eure Rituale

Um Rituale als Familie nutzen zu können, müssen sie zu unseren Bedürfnissen, Zielen und Werten passen. Hier ist es wichtig, sich der bisherigen Familienrituale bewusst zu werden.



6 Gründe, warum Kinder Rituale brauchen und warum auch Erwachsene davon profitieren:

  • Beständige Rituale erzeugen ein Kontrollgefühl. Psychologisch gesehen basiert dies auf dem Prinzip „Freiheit durch Grenzen“. Denn unsere Selbstwirksamkeitskräfte erst dann freigesetzt, wenn wir wissen, in welchem Rahmen wir mitbestimmen können.Das wiederum fördert das Vertrauen in unsere Fähigkeiten, in die Menschen, die sie lieben und trägt zum Urvertrauen in die Welt bei. Rituale sind außerdem die beste Prävention gegen Zwangsrituale. Denn sie oft nichts weiter, als ein verzweifelter Versuch Kontrolle in einen undefinierten Handlungsspielraum zu bringen.
  • Immer wiederkehrende Rituale bringen Vorhersagbarkeit, stimmen optimistisch und zuversichtlich. Die Familie kann sich schon morgens auf das Tagesgeschehen freuen, weil es eben für alle klar ist, was wann dran ist. Wichtiges muss dadurch nicht mehr verhandelt und erklärt werden. Wie Leitsterne begleiten uns Rituale durch den Tag.
  • Orientierung: Rituale leiten Übergänge ganz bewusst von einem Lebensabschnitt, einer Tagesphase, oder von einem Ort zum nächsten. Sie machen sie intensiv und einprägsam. Statt den Tag ziellos dahinfließen zu lassen, setzen wir immer wieder die Segel neu.
  • Rituale trainieren unsere Achtsamkeit: Wir erleben Momente bewusster und intensiver. Um in der Metapher des Hochzeitsrituals zu sprechen, heiraten wir unsere Familie dadurch mehrmals täglich neu. Achtsamkeit bedeutet außerdem im Hier und Jetzt zu sein. Das hilft, um das immerwährende Kopfkino zu unterbrechen, das entweder in die Vergangenheit oder Zukunft spielt. Durch Rituale können wir in die Gegenwart unserer Liebsten genießen.
  • Gemeinsam gestaltete Rituale stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl. Sie schaffen Momente, in der sich jeder willkommen, beschützt, geborgen und geliebt gefühlt. Familienrituale sind das, woran wir uns ein Leben lang erinnern. Und durch den Austausch über gemeinsam Erlebtes, können Ideen für zukünftige Aktionen entstehen.

Es ist das Wiederkehrende, was uns als Familie eine Identität gibt.

  • Rituale helfen, sich zu öffnen: Wenn der Tagesablauf klar und dadurch entspannt ist, dann öffnet sich das Herz von allein. Das sorgt für eine emotional ausgeglichene Atmosphäre, schafft Entlastung und reduziert alle möglichen Angstzustände (z.B. Verlustangst, Versagensangst, Zukunftsangst). Nicht ohne Grund sind regulierte Tagesabläufe das A und O bei therapeutischen Angeboten.

DER NÄCHSTE SCHRITT

Schafft zuhause regelmäßige Momente des Herunterfahrens. Doch nicht vergessen: Nur die beständige Wiederholung von Ritualen erzeugen die 6 benannten Effekte!

Jetzt anmelden

Macht den Anfang mit den Family Moments: Durch den wöchentlichen Family-Letter gemeinsam entspannen